Ein Paar wollte einfach nur einen Porno schauen, doch was dann passierte, du wirst es nicht glauben…

Faust

Ein Paar wollte einfach nur einen Porno schauen, doch was dann passierte, du wirst es nicht glauben…

Die Autoren halten es für angemessen, aus Jugendschutzgründen, das anstößige Wort „Porno“ im Folgenden durch das Wort „Snickers“ zu ersetzen.

In jeder Beziehung gibt es ein leidiges Thema, nämlich die Wahl des richtigen Snickers. Irgendwann kommt immer der Moment, an dem man das erste Mal zusammen ein Snickers anschauen möchte. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass die eigenen Vorlieben nicht immer der des Partners entsprechen. Natürlich habe ich immer versucht, den Bedürfnissen und Wünschen meiner Partner gerecht zu werden.

Meine erste Freundin stand total auf Kult-Snickers. Da war es natürlich einfach etwas zu finden, doch mit der Zeit nervte mich das viele Stroh und die Masken. Als sie dann eines Morgens bekleidet mit Feuerwehrmantel im Flur stand und „Alaaaarm, Alaaaaaarm!“ schrie, reichte es mir endgültig und ich trennte mich von ihr. Bei meiner zweiten Freundin war es nicht viel besser. Ich stand zu dieser Zeit sehr auf Fake-Snickers und sie liebte Musicals. Also schauten wir begeistert die „Breast Side Story“. Leider gab es keine Fake-Snickers-Version von „Stolz & Vorurteil“, was sie sehr verstimmte. Ich hatte es satt, dass in ihren Lieblings-Snickers am Ende die Protagonisten immer heirateten. So blieben auch wir nicht lange ein Paar. Meine dritte Freundin entpuppte sich überraschender Weise als Snickers-Süchtig, was mich wiederum auf Diät setzte. Manche dieser Snickers waren ganz schön harte Kost. Eigentlich hatte ich von Snickers mittlerweile gänzlich Abstand genommen. Bis SIE kam. Sie studiert Literaturwissenschaften und ist der absolute Wahnsinn. Sie ist die eine, die man auf der Stelle heiraten möchte. Und wir haben gewettet. Sie sagte es gibt keine intellektuelle Snickers. Ich hielt dagegen, schließlich gibt es so gut wie jedes Snickers – dachte ich. Doch scheinbar hat die Snickers-Industrie diese Marktlücke noch nicht für sich entdeckt und ich stecke somit in der Klemme. Wenn ich diese Frau für mich gewinnen möchte, bleibt mir nur eines übrige. Ich muss den ultimativ intellektuellen Snickers schreiben und dann im besten Fall auch noch verfilmen. Jetzt sitze ich hier und schreibe ein Snickers für die wahre Liebe.

Eine Mittsommernachtsorgie

Ein Lustspiel in drei Akten

AKT I

Der Vorhang ist geschlossen.

Stimmungsvolle Musik ertönt und eine erotische Stimme erklingt aus dem Off.

Erzähler

Freien oder nicht freien, das ist die Frage.

Durch alte Lieb zu neuer Lust bereit

Wo Frauenbrust durch Männerhand bedeckt

Aus dieser Leidenschafte Schoß

Das Leben vieler Liebenden entsprang.

Es geht Hoch her im Staate Dänemark,

Doch sehet die Geschichte selbst.

Während die Stimme weiter redet geht der Vorhang hoch, zu sehen ist der Salon der Gräfin Gina Iwanovna Sie sitzt nackt auf einem Sofa ein Mann mit langem fließenden Gewand steht vor ihr.

Erzähler

Zu Gina Iwanovna der Gräfin schlich,

Sergej, den Stab der Lust im Gewande,

Ihr Liebreiz schlug ihn in Bande.

Gina Ivanowna

Was wolltest du mit dem Dildo sprich?

Erähler

Fragt Maria ihn neugierig,

Sergej

Ich wollt dich von der Langeweile befreien.

Gina Ivanowna

Das sollst du wahrlich nicht bereuen.

Im Hinteren Teil der Bühne beginnen Gina Ivanowna und Sergej ihr Liebesspiel.

AKT II

Eine Junge Frau betritt den Raum. Ihre Kleidung macht deutlich, dass sie bei der Gräfin angestellt ist. Heinrich, ein junger Adeliger, folgt ihr.

Heinrich

Schönes Fräulein darf ich´s wagen,

Ihnen meinen Beischlaf anzutragen?

Junge Frau

Bin weder Fräulein, weder schön, und ihr Antrag ist obszön

Sie stellt sich beleidigt, knöpft aber den ersten Knopf ihres Kittels auf

Heinrich

zieht sie stürmisch an sich

Du bist ein Geist der steht´s verneint

Junge Frau

wendet sich zum Schein ab,

knöpft aber weiterhin ihre Kleidung auf

Und das mit Recht, denn alle Lust die je entsteht

Ist wert, dass sie zu Grunde geht.

Drum besser wärs, dass nichts entstünde,

Ist doch dieses alles Sünde…

Sie dreht sich zu ihm um

Heinrich

streicht sanft den Kittel von ihren Schultern

Ich hab ein Teil das nie erschlafft,

das steht´s nur spielen will und doch Orgasmen schafft.

Er zieht sie hinter einen Paravan

Die junge Frau spricht aus dem Off mit begeistertet Stimme:

Heinrich mir graut´s vor dir.

Gefolgt von unzweifelhaften Beischlafgeräuschen

AKT III

Vera Vladimirowitsch und Helene Mamontowa treten auf.

Sie halten Händchen und können nicht von einander lassen.

Vera

Schaut sich nach den in ihr Liebesspiel vertieften Paaren um

Wer treibt es so hart bei Wind und Nacht?

Helene

Ich glaub es ist Sergej der´s Maria macht

Vera

Nimmt Helenes Hand und drückt sie an ihre Brust

Ich liebe dich, mich reizt deine schöne Gestalt,

Ich hoff du bist willig, ich verführ dich alsbald.

Helene

Errötet und zieht Vera zu einem Sofa

Ich halt dich sicher in meinem Arm,

Ich hoff zwischen deinen Beinen wird’s auch schon warm?

Die beiden beginnen langsam sich auszuziehen.

Graf Iwanowitsch tritt auf.

Er beobachtet die beiden Frauen und stellt sich hinter das Sofa.

Graf Iwanowitsch

erfreut, zu sich

Es vögeln die Nachtigall die Lerche!

Freude schönes Lustempfinden, Töchter aus Elysio,

Ich betracht sie voll versunken, himmlisch welche Körper da.

Er räuspert sich geräuschvoll.

Vera und Helene schauen ihn lustvoll an.

Ich sei, gewährt mir die Bitte, in eurem Bunde der Dritte

Die Bühne wird bevölkert mit immer weiteren Liebespaaren.

Bis kein freier Platz mehr zu sehen ist.

Chor der Liebespaare

Festgemauert in der Erde,

Steht die Form aus Lehm gebrannt,

Seute muss die Lust was werden,

Frisch Gesellen seid zur Hand.

Von den Brüsten heiß,

Rinnt der Schweiß.

Stehe, stehe,

Denn wir wollen deine Stöße,

Vollermessen,

Ach jetzt merk ich´s,

Wehe, wehe,

Du hörst auf.

Alle Akteure geben sich dem wilden Liebesspiel hin.

Unter lautem Gestöhne fällt der Vorhang.

Casting ist nächsten Donnerstag um 17 Uhr. Bitte bereiten Sie zwei Monologe vor und bringen Sie Ihre eigenen Requisiten mit.

Anna Louise & Alexander Buchloh

 

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