Weil ich schon immer mal eine Fabel schreiben wollte

Geweih

Weil ich schon immer mal eine Fabel schreiben wollte

In einem kleinen, von Forstwirtschaft bislang verschonten, Stück Wald lebte einst ein kleiner Hase, der ein sorgloses Junggesellenleben in seinem Drei-Höhlen-Bau führte. Es war ein verregneter Sonntag, und so beschloss der Hase zu Hause zu bleiben und es sich gemütlich zu machen. Plötzlich klopfte es an dem Bau des kleinen Hasen. Nichts Böses ahnend öffnete er die Tür. Ein junge Marder, in einem billigen Anzug gekleidet, spazierte schnurstracks in den Bau und als er den Fernseher des Hasen sah, auf dem unverkennbar gerade eine folge Two and a half Men lief, sprach er: „Ich komme vom Rundfunkgebührenstaatsvertrag! Ihr Fernseher ist nicht gemeldet!“.

Dann brach er dem Hasen das Genick, fraß ihn zur Hälfte auf, nahm sich noch etwas für den Weg mit und schüttete den Bau zu. Stolz ging er nach Hause, mit dem erhabenen Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Zu Hause angekommen freute sich der Marder auf sein Feierabend-Becks und ein paar folgen Breaking Bad. Es war ein schöner Donnerstagabend und mit der baldigen Aussicht auf Wochenende schlief der Marder noch während der ersten Folge ein. In der Nacht hatte er einen seltsamen Traum über einen riesigen dreibeinigen Hasen, der Crystal Meth vertickte, doch gerade als er in ein gelbes Telefonhäuschen rennen wollte um die Drogenbehörde zu allamieren,  wurde er durch ein seltsames Geräusch geweckt. Er schreckte ruckartig nach oben, wurde jedoch just in diesem Moment am Kopf getroffen und sank zurück auf die Couch. Er hörte nur noch ein weit entferntes „Sie haben aber eine schöne Raubkopie-Sammlung hier!“, dann wurde alles schwarz. (Für den Leser/Zuhörer muss man an dieser Stelle erklären, dass ein Fuchs in den Raum kam, der für eine Sonderabteilung der Polizei für illegale Verbreitung digitaler Medien arbeitet und den Marder, welcher wie eben gehört eine große Raubkopie-Sammlung aufwies, natürlich fraß.) Stolz ging der Fuchs nach Hause, mit dem erhabenen Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Als er am nächsten Morgen seine Gehaltsschecks zur Schweizer Bank bringen wollte, stand vor seiner Haustür ein großer Bär. Dieser schaute zu dem kleinen Fuchs hinunter und sprach: „Servus! Finanzamt!“. Natürlich fraß er den Fuchs. Dann ging der Bär stolz nach Hause, mit dem erhabenen…blablabla!

Um mal zur Sache zu kommen: Die Moral von der Geschichte ist nicht etwa seine GEZ-Gebühren zu bezahlen, keine Raubkopien zu machen, oder etwa auf Steuerhinterziehung zu verzichten…nein! Die Moral ist, dass es manchmal klüger ist nicht jedem Deppen die Tür auf zu machen. Und wer jetzt denkt der Bär hätte gewonnen, der täuscht sich aber gewaltig. Denn es gibt immer noch Ameisen und Zecken…und andere größere Bären…und Jäger…und Krieg…und Aliens…ätsch

Alexander Buchloh

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